Nachhaltiges Bauen im Trend

Schadstoffe reduzieren, Luftqualität verbessern – an diesem Ziel arbeitet die Bundesregierung seit vielen Jahren. Auch Immobilienbesitzer können ihren Beitrag leisten, die Belastungen zu verringern. Etwa mit einer nachhaltigen Modernisierung.

Für Deutschland war 2016 das Jahr mit der niedrigsten Feinstaubbelastung seit 2000. Und dennoch: Die von der WHO (World Health Organisation) empfohlenen Werte für Ozon und Feinstaub wurden deutlich überschritten. Aktuelle Auswertungen des Umweltministeriums zeigen: In fast allen deutschen Großstädten lagen die Messungen für Stickoxide, die ebenfalls zur Feinstaubbelastung beitragen, zum Teil stark über dem zugelassenen Grenzwert.

Zwar liegt die Hauptursache der schlechten Luftqualität im Straßenverkehr, doch auch Hausbesitzer können zur Reduzierung der Belastungen beitragen, etwa durch „grünes Bauen“. Begrünte Dächer und bewachsene Fassaden liegen derzeit im Trend – und leisten gleichzeitig etwas für die Umwelt. So kann ein Bewuchs aus Moos und Flechten einen großen Teil des Feinstaubs verstoffwechseln. Laut einer Forsa-Umfrage würde die Mehrheit der Deutschen energieeffizient und nachhaltig bauen – also ressourcenschonend, kosteneffizient und gesundheitsfördernd. Dabei haben sie in erster Linie die Kosten im Blick: 94 Prozent der Befragten versprechen sich davon langfristig niedrige Kosten für Energie und Instandhaltung. Die geringeren Betriebskosten sind allerdings nur ein Vorteil eines nachhaltig gebauten Heims. Eigentümer steigern damit auch den Wert ihrer Immobilie und werden mit besseren Standards den steigenden klimapolitischen Anforderungen gerecht.

Bestehende Objekte können mit Modernisierungsmaßnahmen dem aktuellen Standard angepasst werden, etwa durch Wärmedämmungen oder ein modernes Heizungssystem. „Wer sich über den energetischen Zustand und Verbrauch seiner Immobilie informieren möchte, dem hilft ein Blick in den Energieausweis“, rät Sabine Schmitt von der LBS. „In einem bedarfsorientierten Ausweis finden Hausbesitzer zudem eine kurzgefasste Empfehlung zur energiesparenden Modernisierung beziehungsweise Sanierung ihrer Immobilie.“


Das Eigentum aufwerten

Eine energetische Modernisierung des Eigentums senkt nicht nur die Nebenkosten, sondern wertet die Immobilie auch auf. Die Investition lohnt sich also durchaus. Der passende Tarif für die persönlichen Modernisierungs-Bedürfnisse lässt sich einfach berechnen – etwa mit dem LBS-Finanzierungsrechner auf www.lbs.de/modernisieren.
Besonders für Vermieter interessant: Mieter dürfen an den Kosten für die Umbaumaßnahme beteiligt werden – bis zu elf Prozent der reinen Baukosten (ohne Finanzierungskosten und Fördermittel) können auf die Jahresmiete umgelegt werden. Voraussetzung ist, dass die Modernisierung spürbar den Wohnwert verbessert oder nachhaltig Energie oder Wasser einspart. Dazu zählen beispielsweise eine Verbesserung der Wärmedämmung, die Installation einer Solaranlage oder der Einbau eines Aufzugs. Ebenfalls wichtig: Der Vermieter muss seine Mieter spätestens drei Monate vor Beginn der Bauarbeiten ausführlich über die geplanten Maßnahmen, die Höhe des Mietanstiegs sowie über mögliche Auswirkungen auf die Nebenkosten informieren.


Steuervorteil durch Denkmal

Besitzer eines denkmalgeschützten Gebäudes können bei einer Sanierung auf staatliche Unterstützung zählen. Die sogenannte „Absetzung für Abnutzung“ – auch Denkmal-AfA genannt – fördert den Erhalt schützenswerter Immobilien. Eigentümer haben die Möglichkeit, die Sanierungskosten über mehrere Jahre verteilt steuerlich abzusetzen. Wer sein Denkmal selbst bewohnt, darf über zehn Jahre insgesamt 90 Prozent dieser Ausgaben bei der Einkommensteuer geltend machen, Kapitalanleger verteilt über zwölf Jahre sogar 100 Prozent. Eigentümer sollten dabei immer im Blick behalten, dass sie bei Renovierungen und Umbauten nicht so frei agieren können, wie ohne Denkmalschutz. Denn es dürfen nur die Kosten geltend gemacht werden, die laut Gesetz der Erhaltung und sinnvollen Nutzung als Baudenkmal dienen. Absetzbar sind etwa der Einbau neuer Fenster oder einer Heizung sowie Dach- und Fassadensanierungen. Anbauten, Außenanlagen oder Garagen zählen nicht dazu. Gleichzeitig müssen Eigentümer vor der geplanten Sanierung die Maßnahmen mit der Denkmalschutzbehörde abstimmen und eine denkmalrechtliche Genehmigung einholen. Nach fertiger Modernisierung erhalten sie eine Bescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt.



Zum Seitenanfang