Wirtschaftswunder – Deutsche Automaten der 50er- und 60er-Jahre

Kaum ein anderer Zeitabschnitt der deutschen Geschichte war so prägend, so von grundlegenden Veränderungen bestimmt wie die Jahre nach 1945. Die Demokratie, die durch das Grundgesetz garantierten Rechte und die neue Wirtschaftsordnung veränderten das Land von Grund auf.

Mit der Sonderausstellung „Wirtschaftswunder – Deutsche Automaten der 50er- und 60er-Jahre“ zeigt das Deutsche Automatenmuseum vom 10. Juni 2017 bis zum 23. Mai 2018 einmal mehr, wie spannend und faszinierend sowohl Politik- und Kultur-, als auch die Münzautomatengeschichte „Made in Germany“ ist.

Die 1950er- und 1960er-Jahre gingen als Zeit des Wirtschaftswunders in die Geschichtsbücher ein. Die Soziale Marktwirtschaft, die Einführung der Deutschen Mark und das enorme und unerwartete Wirtschaftswachstum  ließen die Bevölkerung nach den traumatischen Kriegsjahren optimistisch in die Zukunft blicken.
Als Motor und Symbol für Fortschritt und wirtschaftlichen Erfolg etabliert sich der Münzautomat in diesen Jahren nahezu in allen Bereichen des Lebens in der Bundesrepublik. So verdeutlichen Warenautomaten das steigende Konsumverhalten der Deutschen im Wirtschaftswunder, während die neu aufkommenden Geldspieler und Flipper eine neue Möglichkeit zur Freizeitgestaltung boten. Die Musikboxen brachten das moderne Lebensgefühl in die Kneipe und verhalfen nicht zuletzt dem deutschen Schlager zu seinem Erfolg. 

Das Plakat der Ausstellung ziert eine Fotografie Josef Heinrich Darchingers, die eine Bonner Straßenszene aus dem Jahr 1955 zeigt. Ein Haufen Lederhosen tragende Jungen versammeln sich mit ihren Tretrollern vor einer Hauswand, an der ein leuchtend gelber „Storck Riesen“-Automat hängt. Einer von ihnen ist gerade im Begriff,  seine 10 Pfennig in die allseits bekannte Süßigkeit zu investieren.
Während um ihn herum alle vom Warenautomat gebannt scheinen, schaut allein der Junge mit der Münze in der Hand in die Kamera, als auf den Auslöser gedrückt wird.
Neben dieser authentischen Momentaufnahme werden weitere Arbeiten Darchingers (1925-2013) gezeigt, der als Fotojournalist aus Bonn u.a. für den „Spiegel“ oder „Die Zeit“ arbeitete. Er begleitete mit seiner Kamera neben Persönlichkeiten aus der Politik den Alltag der Bevölkerung in der jungen Bundesrepublik. Mit seinem ausgeprägten Sinn für Ästhetik und dem Talent, diese in den kleinen Situationen des Lebens zu erkennen, ließ er Bilder entstehen, die die Zeit des Wirtschaftswunders in all ihren Facetten dokumentierten.
Mit Hilfe eines Zeitstrahls ist es möglich, als Besucher der Ausstellung in die Vergangenheit zu reisen – von der Gründung der Bundesrepublik über das Erscheinen der ersten „Bravo“ bis hin zum ersten elektrischen Zigarettenautomaten Europas.

Öffnungszeiten:
Di. - Fr. 10-17 Uhr
Sa., So. und an Feiertagen 11-18 Uhr

Weitere Informationen unter:
www.deutsches–automatenmuseum.de
Oder in den sozialen Netzwerken unter:
www.facebook.de/deutschesautomatenmuseum
www.instagram.com/deutschesautomatenmuseum


Zum Seitenanfang