Hygiene und Impfungen

So halten Sie sich Reisekrankheiten vom Leib

Fernreisende erleben nicht nur Landschaften und kulturelle Gepflogenheiten, die ganz anders sind als zuhause. Sie kommen auch mit Krankheitserregern in Kontakt, mit denen wir hierzulande gar nichts oder nur selten zu tun haben.

In tropischen und subtropischen Gebieten sind Erreger heimisch wie beispielsweise Cholera- oder Typhus-Bakterien, Hepatitis-A-Viren, Amöben oder Shigellen. Konsequente persönliche Hygiene wie häufiges Händewaschen und der richtige Umgang mit Lebensmitteln helfen dabei, sich diese Erreger vom Leib zu halten.

„Boil it, cook it, peel it or forget it“
Koch‘ es, brat‘ es, schäl‘ es, oder vergiss es – dieser Leitsatz wird Urlaubern seit Jahrzehnten mit auf den Weg gegeben. Konkret bedeutet das:

 

  • Wasser stets abkochen, mindestens eine Minute lang. Am besten nur Getränke aus original verschlossenen Flaschen zu sich nehmen, auch das Wasser zum Zähneputzen sollte aus der Flasche kommen.

  • Rohes Obst oder Gemüse nur dann essen, wenn es selbst geschält wurde (nicht vom Buffet nehmen).

  • Auf Salat besser verzichten, er kann durch Kopfdüngung oder durch Waschen mit unsauberem Wasser verunreinigt sein.

  • Fleisch und Fisch müssen gut gekocht oder gebraten sein, Muscheln meiden.

  • Eiswürfel in Getränken und nicht original abgepacktes Speiseeis meiden.

  • Speisen dürfen nicht bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden.

 

Vorsorgen sollte man außerdem durch rechtzeitige Impfungen, rät das Deutsche Grüne Kreuz e.V. Wer sich im Urlaub mit einer Infektionskrankheit ansteckt, leidet unter Umständen lange an den Folgen.

So ist beispielsweise eine Hepatitis A (eine Form von Gelbsucht) beim Erwachsenen beileibe kein „Leberschnupfen“, sondern kann zu wochen- und monatelanger Krankheit führen. Sie wird durch verunreinigte Getränke, Wasser und Nahrungsmittel, oft durch Muscheln oder ungenügend gegarte Meeresfrüchte, übertragen. Eine Impfung rund zwei Wochen vor der Abreise reicht für einen guten Schutz aus, nach 6 bis 18 Monaten gibt es eine Auffrischimpfung.

Bei Rucksackreisen sollte auch über eine Typhus-, Tollwut- oder Hepatitis-B-Impfung nachgedacht werden.

Außerdem gilt es, die Standardimpfungen zu aktualisieren. Alle zehn Jahre ist eine Auffrischung gegen Tetanus und Diphtherie fällig, einmalig wird dabei auch eine Keuchhusten-Impfung für alle Erwachsenen empfohlen. Jeder Erwachsene sollte eine Grundimmunisierung und mindestens eine Auffrischimpfungen gegen Polio haben. Nach zehn Jahren ist nur dann eine Auffrischimpfung notwendig, wenn das Urlaubsziel in Regionen liegt, wo Kinderlähmung noch auftritt.

Sind Kinder mit von der Partie? Dann sollte überprüft werden, ob sie tatsächlich alle anstehenden Impfungen erhalten haben, z. B. auch gegen Masern, Mumps und Röteln. Nur zu schnell werden die Routine-Impftermine vergessen. Und auch Kinder benötigen die Reiseimpfungen, die für Eltern ratsam sind, je nach Urlaubsort etwa die Impfungen gegen Hepatitis A, Gelbfieber, Typhus oder Tollwut. Falls nötig, müssen auch sie Malaria-Medikamente einnehmen. Wird all das berücksichtigt, steht einer glücklichen uns gesunden Heimkehr nichts im Wege.

 

Text online bearbeitet von Stefani Teumner.



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