An die Stöcke, fertig, los! Trendsport: Nordic Walking

Die Sportart aus dem hohen Norden trainiert nicht nur Herz und Kreislauf – sie schont auch Gelenke, Bänder und Sehnen und ist gut für die Figur.

Anders als beim normalen Walken oder Joggen aktiviert Nordic-Walking nicht nur Beinmuskeln und Gesäß, sondern auch fast alle Muskeln am Oberkörper – insbesondere an Armen, Schultern, Brust und Rücken. „Beim Nordic Walking werden etwa 90 Prozent unserer Körpermuskulatur beansprucht, das ist sagenhaft“, so der Nordic Walking-Experte und Bestseller-Autor Stéphane Franke. Dadurch werden ein gutes Drittel mehr Kalorien als bei zügigem Gehen ohne Stöcke verbraucht: Verbrennung von mehr als 400 Kilokalorien pro Stunde (kcal/h) statt von nur 280 kcal/h bei normalem Walking.

Weitere Vorteile: Nordic-Walking kräftigt die Muskulatur des gesamten Körpers, löst Muskelverspannungen im Schulter- und Nackenbereich, stärkt die Venen und beugt Krampfadern und Besenreisern vor, stärkt das Immunsystem, macht belastbarer, gelassener und ausdauernder im Alltag, hilft dabei, Stress und Aggressionen abzubauen und verlangsamt den natürlichen Alterungsprozess – Stichwort: Anti-Aging.

„Außerdem ist Nordic Walking eine sehr kommunikative Sportart. Sie können mit Freunden und Kollegen walken und sich dabei unterhalten“, so der heutige Fernseh-Kommentator bei Eurosport Franke. Das Unterhalten sei zudem aus gesundheitlichen und präventiven Aspekten nur zu begrüßen, denn viele walken zum Teil zu verbissen.

Die Lauftechnik des Nordic-Walking gleicht der Bewegungsausführung des Skilanglaufes und ist sehr einfach und in jedem Alter zu erlernen. Es nutzt den physiologischen, diagonalen Bewegungsablauf beim Walken durch den bewussten Stockeinsatz. Der rechte Stock hat dann Bodenberührung, wenn die linke Ferse aufsetzt und umgekehrt. Durch einen kräftigeren Einsatz der Arm- und Oberkörpermuskulatur kann das Walkingtempo erhöht und die Effektivität der Trainingseinheit gesteigert werden.

Der Trendsport ist ganzjährig, überall und bei jeder Witterung durchführbar. Untrainierte über 35 Jahre sollten sich allerdings vor Trainingsbeginn von einem Arzt untersuchen lassen. Beim „Sportcheck“ prüft dieser zum Beispiel, ob Herz und Gelenke gesund sind. Bestehen Atemwegsbeschwerden, muskuläre Probleme oder andere Gesundheitsschäden, kann ein ärztlicher Befund zum Beispiel auch einem Nordic-Walking-Kursleiter helfen, die Stunden besser an Ihre Bedürfnisse anzupassen.
Nordic-Walking eignet sich auch für Menschen, die bereits medizinische Vorerkrankungen haben. Egal, ob zu hoher Cholesterinspiegel, Bluthochdruck, Herz-Kreislaufprobleme oder Diabetes: Nordic-Walking ist der ideale Einstieg in neue sportliche Betätigung, fördert die Durchblutung und verbessert die Sauerstoffversorgung im ganzen Körper.

Und wer hat’s erfunden? Die Finnen. Mit knapp einer Million Menschen, die regelmäßig „nordic walken“, sind sie auch heute noch die „Nordic-Walking-Nation“ schlechthin. Aber inzwischen hat diese effektive Sportart ihren Siegeszug rund um die Welt angetreten.


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