„Ich versuch‘ das heute mal allein!“

Anna Heinrichs gehört eindeutig zu den Kindern, die gern zur Schule gehen: Das Lernen macht ihr Spaß, und in der Klasse ist das kleine Mädchen aus Vreden sehr beliebt.

Außerdem möchte die Achtjährige unbedingt den engen Kontakt zu ihren Klassenkameraden halten, auch wenn es ihr manchmal gesundheitlich so schlecht geht, dass sie am liebsten zu Hause bleiben würde. Der Grund dafür sind Chemotherapie und Bestrahlungen, die Anna bekommt, seit Ärzte der Uniklinik Münster einen Gehirntumor über ihrem Auge entdeckt haben.

Im Februar letzten Jahres bemerkte Annas Mutter zum ersten Mal, dass ihre Tochter schielt; besorgt fuhr sie mit Anna gleich zum Augenarzt. Der stellte überrascht fest, dass sich die vormals sehr gute Sehkraft des Mädchens rapide verschlechtert hatte und überwies Anna an die Uniklinik Münster. Dort diagnostizierten die Ärzte den Tumor, der auf den Sehnerv drückt und nicht operabel ist.

„Das war eine schlimme Nachricht für unsere Familie“, sagt Sonja Heinrichs. „Ich musste es Anna natürlich erklären, aber sie ist sehr tapfer gewesen und hat es gut weggesteckt. Und wir beide haben uns ganz, ganz fest versprochen, uns nicht unterkriegen zu lassen und das Beste daraus zu machen!“
Im Sommer ließ Annas Sehkraft so stark nach, dass sie nur noch Umrisse erkennen konnte; das kleine Mädchen bekam einen traurigen Vorgeschmack davon, wie es ist, fast blind zu sein. Erst durch starke Medikamente, durch Chemo und Bestrahlung, hat sich ihre Sehkraft etwas gebessert.

Es ist Anna ein Trost, dass ihre Familie immer zu ihr hält und an ihrer Seite ist. Aber es gibt auch einen vierbeinigen Therapeuten, der Anna unterstützt und sie glücklich macht. „Calle“ heißt das freundliche Fjordpferd, das Anna zweimal in der Woche auf seinem Rücken trägt und ihr Lebensfreude und Selbstbewusstsein schenkt. „Ein Arzt hat Anna das Reiten empfohlen – das war ein wirklich guter Rat!“, erzählt Annas Mutter und fügt hinzu: „Sie freut sich immer so sehr über ‚Calle‘… Schon wenn sie ihn striegelt oder seine Hufe auskratzt, leuchten ihre Augen. Und wenn sie mit ihm durch die Halle reiten darf, dann strahlt sie übers ganze Gesicht vor lauter Glück!“ Das kann Mareen Gesing, Reitlehrerin beim Reit- und Fahrverein Vreden e.V., nur bestätigen. „Anna ist großartig, und sie lässt sich nie anmerken, dass sie so krank ist. Ich gebe ihr Reitstunden, die ihr Riesenspaß machen und helfen, den Gleichgewichtssinn zu stärken. Durch ‚Calle‘ ist Anna viel mutiger und selbstständiger geworden, und ich freue mich immer, wenn sie mir sagt: „Ich versuch‘ das heute mal alleine…“

Kein Wunder, dass Pferde Annas Lieblingstiere sind! Zu Ostern hatte APASSIONATA, Europas erfolgreichste Familienunterhaltungsshow mit Pferden, Anna und ihre Familie zur Show eingeladen. Zuvor durfte sie die vierbeinigen Stars bei einer persönlichen Stallführung kennen lernen – und bekam bei dieser Gelegenheit von APASSIONATA einen Gutschein für ein Jahr therapeu­tisches Reiten! Auch wenn Anna von den majestätischen Friesenpferden sehr angetan war: Ihren Reitunterricht nimmt sie dennoch auf „Calle“… und bewundert die Friesen auch im nächsten Jahr lieber in der Arena, wenn APASSIONATA am 4. und 5. April mit der neuen Show „Die goldene Spur“ in Münster gastiert.




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