Kulturerfahrung Südtirol

Authentischer Lebensraum mit kontrastreicher Alltagskultur. Hier herrscht lebendiges Treiben mit mediterranem Flair, dort verweilt man mit Muße im Alltag. Hier hört man temperamentvolles Italienisch, dort klares Hochdeutsch und weiter hinten - je nach Höhenlage und Himmelsrichtung - ganz unterschiedliche Dialekte. Die Lebensart der Südtiroler ist geprägt von den Einflüssen aus Nord und Süd. Ursprünglichkeit und Tradition bilden den Kontrast zum Modernen und vereinen sich in der Kultur des Landes.

Die nördlichste Provinz Italiens ist mit 7.400 km² Heimat für über 500.000 Menschen. Sie erzählen individuelle Geschichten und laden zu persönlichen Erfahrungen ein. Aufgewachsen mit zwei Sprachen leben Sie auf dem Land und in der Stadt sowohl die deutsche als auch die italienische Kultur. In Bozen überwiegt mit 70 Prozent das Italienische, in Brixen hingegen mit gleichem Anteil das Deutsche – und in Meran sind beide Sprachgruppen gleich stark vertreten. 18.000 Südtiroler sprechen sogar noch Ladinisch, eine über 2.000 Jahre alte rätoromanische Sprache, die vor allem in den Dolomitenregionen Alta Badia und Gröden gesprochen wird. Hinzu kommen über 40 unterschiedliche Dialekte, die sogar für Kurznachrichten auf dem Handy oder private E-Mails verwendet werden. Allen gemein ist die enge Verbundenheit zu ihrer Region und ein gewisser Stolz auf ihre Lebensart: Vom Studenten der Freien Universität Bozen, der ersten dreisprachigen Universität in Europa, bis zum Wirt eines der meist familiengeführten 4.800 Hotels.

 

Traditionen, Bräuche und Rituale werden in Südtirol seit jeher von Generation zu Generation vererbt und so gefestigt, dass daraus oft auch Neues und Spannendes entsteht. Aus der 400 Jahre alten Grödner Schnitzkunst schafft die Vereinigung UNIKA den Sprung ins Zeitgenössische, die Kunst der Federkielstickerei von Trachtengürteln ist Inspiration für das Modelabel Luis Trenker und aus der Kunst der Lodenverarbeitung schafft die Firma Mössmer heute sogar hochwertige Stoffe für die US-amerikanische First Lady Michelle Obama. 

 

Aber auch in der bäuerlichen Welt gilt es, das Alte zu bewahren und mit Modernem zu verbinden. So hilft der Südtiroler Bauernbund bedürftigen Bergbauernhöfen mit dem Projekt „Freiwillige Arbeitseinsätze“. Auf 1.500 bis 2.000 Metern Höhe gelegen werden die Höfe unter schwersten Bedingungen bewirtschaftet. Ihre Hänge sind zum Teil so steil, dass Mähdrescher und Traktoren die menschliche Arbeitskraft nicht ersetzen können. Bäuerlicher Alltag wird so zu einem alternativen und vor allem nachhaltigen Erlebnis für den Großstädter. Rund 70 Prozent der freiwilligen Helfer kommen aus dem deutschsprachigen Ausland und die meisten von ihnen übrigens immer wieder. 

 

Über 800 Burgen, Schlösser, Ruinen und Ansitze gibt es in Südtirol zu entdecken. Das Schloss Tirol bei Meran war sogar der Namensgeber für das ganze Land Tirol. Hinzu kommen zahlreiche Museen und Ausstellungen in ganz Südtirol. Die berühmte Mumie „Ötzi“ und ihre neue Rekonstruktion sind im Archäologiemuseum Bozen zu finden. Das Museion, das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, wurde von dem gleichen deutschen Architektenteam konzipiert, das auch das Bundeskanzleramt in Berlin gestaltete. In Meran verknüpft der Verein Kunst Meran die Südtiroler mit der internationalen zeitgenössischen Kunstwelt. Und Franz Messner setzt sich mit seinen Installationen „Kugel“ – einer stählernen Riesenkugel über den Weinbergen Bozens – und dem „Knottnkino“, dem größten „Natur-Kino“ Südtirols, in einem anspruchsvollen Dialog mit der Natur auseinander.

 

Auch die Musik fehlt in Südtirol nicht. 200 Musikkapellen – das sind fast doppelt so viele wie Gemeinden (116) – sind Zeichen dafür, dass Musik Teil der Alltagskultur ist, und selbstverständlich wechselt das Repertoire von zeitgenössisch zu traditionell. Die Gustav Mahler Musikwochen in Toblach, das Südtirol Jazzfestival oder die Konzertreihe Swing on Snow auf der Seiser Alm machen seit Jahren Südtirol „hörbar“. Auf der Transart, einem Festival für zeitgenössische Kultur, vereinen sich schließlich Musik und Kunst und schlagen eine Brücke zwischen Aufbruch und Beharrlichkeit.

 

Orientierung in Südtirols Kulturvielfalt bieten die Kulturführer Culturonda® Südtirol, Culturonda® Wein und Culturonda® Dolomythos. 

 

Immer wieder wird Südtirol als die italienische Provinz mit der höchsten Lebensqualität bewertet. Das liegt auch an ihrer kulinarischen Komponente. Esskultur ist in Südtirol auch immer Alltagskultur: 72 Prozent der Südtiroler essen mittags zu Hause. Knödel und Spaghetti, Schüttelbrot und Grissini kommen schon immer auf den Südtiroler Tisch und sorgen für spannende Kombinationen und Abwechslung. 

 

Die mediterrane und alpine Küche näher kennenlernen kann der Urlauber im Meraner Land bei den Veranstaltungen und Kochkursen der „Foodie Factory“: Eine Genusswerkstatt an außergewöhnlichen  Orten – zum Mitmachen oder einfach nur Genießen.

 

Auch Südtirols Sterneküche geht kreativ mit Kontrasten um: Regional verwurzelt und mit experimentierfreudigem Weitblick hat sich das kleine Land zum gastronomischen Riesen entwickelt. Gemessen an der Bevölkerungsdichte verfügt Südtirol unter allen Provinzen Italiens über die höchste Anzahl an kulinarischen Auszeichnungen. Stolze 22 Michelin-Sterne für 19 Restaurants sind Zeichen hoher Genusskompetenz. Drei davon erhalten mit zwei Sternen die zweithöchste kulinarische Wertung des Guide Michelin: Die Trenkerstube von Küchenchef Gerhard Wieser im Hotel Castel, das Restaurant Jasmin von Martin Obermarzoner im Hotel Bischofhof und das St. Hubertus von Norbert Niederkofler im Hotel Rosa Alpina. Letzterer ist seit Jahren eine feste Größe im Kreis der Kochelite: Der Gault Millau Südtirol ehrt Niederkofler seit Jahren mit vier Hauben und vergab in der Ausgabe 2016 in Südtirol insgesamt 131 Hauben an über 80 Restaurants. Alle Betriebe des Gault Millau Südtirol sind ebenfalls in der Österreichischen Ausgabe gelistet. Für Genießer gibt es den Gault Millau Gourmet Guide Südtirol nun auch als App für iPhone und iPad.

 

Für die Qualität vieler Südtiroler Produkte bürgt das Qualitätszeichen „Qualität Südtirol“, das neben Apfel, Speck und Wein auch Produkte wie Milch, Brot oder Honig auszeichnet. So werden hier im größten zusammenhängenden Apfelanbaugebiet Europas rund 10 Prozent der europäischen Äpfel geerntet und die Milch fast ausschließlich auf den über 4.000 Bergbauernhöfen produziert. Auch als Weinland ist Südtirol inzwischen international anerkannt. Die italienischen Weißweine mit den höchsten Auszeichnungen wachsen in Südtirol, obwohl die Rebfläche weniger als 1 Prozent der gesamten Rebfläche Italiens ausmacht. Ihre Spritzigkeit verdanken die Weine den heißen Tagen und kühlen Nächten im Land. Von den 20 angebauten Rebsorten sind Vernatsch, Lagrein und Gewürztraminer sogar in Südtirol entstanden. 

 

Neben landwirtschaftlichen Erzeugnissen wird in Südtirol auch mit hohem Qualitätsanspruch gefeiert: Das internationale Merano Wine Festival zählt zu den großen Highlights für Weinliebhaber und beim Genussfestival in Bozen werden alle zwei Jahre die Qualitätsprodukte aus Südtirol gefeiert.

  

Die Zertifizierung „KlimaHaus“ zeugt von der engen Verbundenheit der Südtiroler mit der Natur und von ihrem hohen Umweltbewusstsein. Seit 2011 müssen alle neu gebauten Häuser dem Klimahausstandard A entsprechen. So gebaute Häuser brauchen weniger als fünf Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr – ein deutscher Haushalt verbraucht im Schnitt ca. 15 Liter pro Quadratmeter und Jahr. Zudem bezieht Südtirol bereits 56 Prozent der Energie aus erneuerbaren Energien, bis 2020 sollen es 3/4 des Energieverbrauchs sein. 

 

Text online bearbeitet von Stefani Teumner.

 



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