Lebendiges Schiltach

Fachwerk, Flößerei, eine lebendige Geschichte und malerische Plätze erwarten die Besucher des Städtchens Schiltach. Die Stadt pflegt ihre Traditionen und kulturellen Schätze wie das Flößer- und Sägehandwerk oder die Exponate der zahlreichen Museen seit jeher und freut sich, diese ihren Gästen zu präsentieren.

Schiltach liegt am Zusammenfluss der Flüsse Schiltach und Kinzig, gesäumt von bewaldeten Hängen.
Eine Stadt wie aus dem Bilderbuch: Geprägt von einem mittelalterlichen Stadtbild ist die Schiltacher Altstadt eines der bekanntesten und schönsten Ausflugsziele des Schwarzwalds. Von hier kann man herrlich die Natur entdecken, denn Schiltach bietet nicht nur Wander- und Radwege, sondern ist das Tor zum Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. In und um die Stadt gibt es viele reizvolle Orte zu entdecken.
Ein lebendiges Stück Schwarzwälder Geschichte Altstadt, Flößerei oder Museen – Schiltach bietet eine große Anzahl an verschiedenen Führungen. Besucher bummeln durch die Geschichte der Flößerei, Gerberei oder der industriellen Entwicklung und des Baddesigns. Sie steigen in Kellergewölbe und betrachten Schiltach von unten. Seit 2013 erwarten die Besucher auch historisch-szenische Stadtführungen.


Schiltachs Museen – Eine Vielfalt, die ihres gleichen sucht




Gleich vier außergewöhnliche Museen locken in Schiltach Besucher an. Das Apothekenmuseum in der ehemaligen Rats-Apotheke am Marktplatz führt durch die früheren Epochen des Apothekerberufs im Labor, Arzneikeller und zeigt auch Kurioses wie ein Gestell zur Korrektur von krummen Nasen. Die Hansgrohe Aquademie erzählt andere Geschichten. Neben der aufregenden Firmengeschichte von Hansgrohe kann man hier auch die Vergangenheit und Zukunft der Badtechnologien entdecken. Sogar Testduschen in der „Showerworld“ ist möglich. Im Museum am Markt begeben sich Besucher auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Stadt, die mit Hilfe von IPads interaktiv und multimedial aufbereitet ist und über die traditionellen Handwerkskünste berichtet. Um mehrere dieser Künste geht es im Schüttesägemuseum:
die Flößerei sowie die Wald- und Holzwirtschaft. Die mittels Wasserkraft betriebene Schnittsäge
wird von April bis Oktober jeden Freitag um 15 Uhr kostenlos vorgeführt und direkt danach kann
man sich der offenen Stadtführung anschließen.


Historische Altstadt




Die Stadt Schiltach ist umgeben von malerisch bewaldeten Bergen und liegt idyllisch am Zusammenfluss von Schiltach und Kinzig. Hier kann man zu jeder Jahreszeit die Ruhe und den Charme des Bilderbuchstädtchen genießen.
Ein Gang durch die Altstadt ist wie eine verträumte Reise in die Vergangenheit. Kunstvoll renovierte Fachwerkhäuser, ein Rathaus aus dem 16. Jahrhundert und ein jahrhunderte Jahre alter Brunnen umsäumen den Marktplatz und die romantischen Gässchen.
Der vom berühmten Renaissance-Baumeister Heinrich Schickhardt nach dem Großbrand von 1590 neu konzipierte Marktplatz ist seit dem Mittelalter ein Ort, an dem das Leben pulsiert. Der Platz rund um den Brunnen ist seit Jahrhunderten mehrmals jährlich ein Schauplatz traditioneller Märkte und Feste.
Auch innerhalb der Häuser kann man im Flair der vergangenen Jahrhunderte schwelgen. Neben den vier Schiltacher Museen mit verschiedenen historischen Sammlungen kann man auch die letzte Sämisch-Leder-Gerberei besuchen. Hier werden noch heute jährlich 60.000 Felle nach alter Gerbart zu Leder und Pelz verarbeitet.

 

Kultur


 

Schiltach hat Bürgern und Gästen auch auf kultureller Ebene einiges zu bieten. So sind zum Beispiel die vier Schiltacher Museen Anziehungspunkt für Jung und Alt, zwei Mal im Jahr gastiert außerdem das Zimmertheater Rottweil im „Städtle“. Die Volkshochschulaußenstelle Schiltach, die verschiedensten örtlichen Vereine und mehrere heimische Bands tun ihr übriges dazu, dass die Kultur im Ort nicht zu kurz kommt und regelmäßige Veranstaltungen angeboten werden. Und außerdem gibt es natürlich noch die „fünfte Jahreszeit“: Die Schiltacher Fasnet!

Traditionsgeprägt finden sich in Schiltach, der Stadt des Fachwerks, der Flößer und Gerber auch heute noch Spuren der Gerberei und Flößerei. Im Schüttesägemuseum ist beiden Traditionsberufen eine Ausstellung gewidmet, weitere Objekte sind über das Stadtgebiet verteilt (insbesondere auf der Lehwiese und neben dem Parkdeck „Schüttesäge“).

Am 27. Mai 1998 also über 100 Jahre nach Einstellen der Kinzigflößerei haben sich erstmals wieder gestandene Männer zu einer Flößergruppe zusammengefunden. Diese hat am 24. Juni 2001 im Rahmen des Flößerfestes ein eigens erbautes, 60 Meter langes Floß zu Wasser gelassen. Nähere Infos hierzu gibt es hier und auf der Homepage der Schiltacher Flößer.




Mit der Eingemeindung der Gemeinde Lehengericht im Jahre 1974, durch welche sich die Gemarkungsfläche der Stadt Schiltach annähernd verfünffacht hat, ist Schiltach um eine weitere Tradition reicher geworden: Die Lehengerichter Tracht. Als Zeichen des bäuerlichen Selbstbewusstseins wird sie noch heute in ihrer überlieferten Form gepflegt und zu diversen Gelegenheiten getragen. Im Museum am Markt ist die Lehengerichter Tracht in kostbaren Einzelstücken zu besichtigen.

Im Mai 1995 haben sich 7 Bürgerinnen und Bürger zu einer Gruppe zusammengefunden, die sich mit viel Engagement und Hintergrundwissen zu Kleidung und Brauchtum einbringen. Als wichtiges Standbein der bäuerlichen Kultur haben sie viele Trachtenteile zusammengetragen und können bis heute die traditionellen Schnitte und Stickereien noch selbst herstellen. 

 

Die Kinzigflößerei




Durch die Jahrhunderte hindurch war die Flößerei lebendiger Pulsschlag des Kinzigtales und seiner Seitentäler. Sie war wichtigster Wirtschaftszweig in einer Zeit, in der die einheimische Bevölkerung nicht mit Reichtümern gesegnet war. Die früheste nachweisbare Erwähnung der Flößerei in der Region geht auf das Jahr 1339 zurück.

In der Blütezeit der Kinzigflößerei waren Schiltach und Wolfach die Hauptorte in deren Händen der gesamte Floßbetrieb auf der Kinzig und auch der Holzhandel lag. Jährlich fuhren etwa 100 bis 300 Flöße das Tal hinunter bis Willstätt. Hier wurde das Holz verkauft und später auf dem Rhein zu großen Flößen umgebaut. Oft war das Ziel Holland, wo man es zum Schiffsbau und als Fundamente für den Städtebau benötigete.

In Schiltach war der Kirchweiher der Hauptspannplatz für das Einbinden der meisten Flöße; von hier kam aber auch das für die Floßfahrt unbedingt benötigte Schwellwasser.
Zuverlässige Quellen besagen, die größten Flöße hatten eine Länge von bis zu 600m! Heute kaum vorstellbar. 1896 fuhr das letzte Kinzigfloß hinab ins Land, mit der Ausnahme einer weiteren Flößerfahrt 1925 anläßlich einer Gewerbeausstellung in Schiltach.


Die Schiltacher Flößer

 



Erst am 27. Mai 1998 - also über 100 Jahre nach Einstellung der Flößerei - trafen sich zwölf gestandene Männer aus verschiedenen Berufen, um im historischen Gasthof „Zur alten Brücke“ eine Flößergruppe zu gründen. Die neuen „Schiltacher Flößer“ waren geboren. Erfreulich, dass sich unter den Gründungsmitgliedern viele befanden, die aus der Land- und Forstwirtschaft kommen oder die sonst Holz als ihre Leidenschaft betrachten.
Die „Schiltacher Flößer“ wollen die alte Flößertradition lebendig erhalten und sie der Bevölkerung vertraut machen. Das erste Ziel, das überlieferte Handwerk der Flößerei zu erlernen und in die einzelnen Arbeitsschritte umzusetzen, wurde inzwischen erreicht. Die nunmehr 18 Flößerkameraden haben des Herbst 2000 ein 60 Meter langes Floß gebaut. Im Rahmen des Flößerfestes am 24. und 25 Juni 2001 wurde es zu Wasser gelassen und befuhr erstmals die Kinzig.

Das „Schiltacher Floß“

Technische Daten:
Größe: ca. 60 x 2,40 Meter
Anzahl der Gestöre (Teile des Floßes): 6
Verbautes Holz: ca. 26 laufende Meter
Gesamtgeweicht: ca. 16 Tonnen
Bauzeit: ca. 3 Monate

Erbaut wurde das Floß von Dezember 2000 bis zum Februar 2001. Das Holz stammt aus dem heimischen Stadtwald und wurde vom Orkan „Lothar“ am 26.12.1999 „gefällt“.
Die Gestöre wurden von den Schiltacher Flößern nach historischer Überlieferung zusammengebaut. Die Bauart des Floßes entspricht einem historischen Gebirgs- oder Talfloß mit „Vorplätz“ (Vordere Steuereinheit des Floßes), vier Gestören und einem Bremsfloß (hinteres Gestör zum Bremsen des Floßes), wie sie früher im oberen Kinzigtal gebaut wurden.
Ab Wolfach abwärts wurde die vordere Steuereinrichtung mit einem zusätzlichen Ruder versehen.


Weitere Informationen sowie alle Termine für 2015 finden Sie hier


Freundliche Menschen, mittelalterliches Flair und viel Natur - schnell hat man Schiltach in sein Herz geschlossen. Das malerische Bild der Fachwerkfassaden, die verwinkelten Gässchen und lauschigen Ecken bieten die ideale Kulisse für ein gemütliches Beisammensein in einem der hübschen Cafés und Gaststätten. Ein idealer Ort, um dem Alltag zu entfliehen und einmal richtig die Seele baumeln zu lassen.



Stadt Schiltach im Schwarzwald
Marktplatz 6, 77761 Schiltach
Tel.: 0 78 36 / 58 – 50
www.schiltach.de



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