Masterplan Medizinernachwuchs 2020

Fünf Forderungen für eine bessere Ausbildung des medizinischen Nachwuchses

Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Theodor Windhorst, will die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses verbessern.

Dazu hat er auf dem achten Westfälischen Ärztetages, der sich mit dem Thema „Masterplan Medizinernachwuchs 2020“ beschäftigt, einen Forderungskatalog der ÄKWL an die Bundes- und Landespolitik präsentiert.

Die Politik habe hier eine „Bringschuld“, so Windhorst: „Gute Patientenversorgung basiert auf einer qualitativ hochwertigen ärztlichen Ausbildung.“

Einem möglichst frühzeitigen Praxisbezug im Studium komme eine entscheidende Bedeutung zu, so der Kammerpräsident. Angehende Ärztinnen und Ärzte müssten umfassend auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten vorbereitet werden. Ärztliche Ausbildung bedeute nicht nur Aneignung von medizinischem Fachwissen. Man müsse dem medizinischen Nachwuchs auch eine Perspektive über die Approbation hinaus bieten. „Nachwuchsentwicklung hört nicht beim approbierten Arzt auf, sondern umfasst auch die Frage: Wo wollen die angehenden Ärztinnen und Ärzte künftig tätig sein?“

 

Fünf Punkte umfasst die Liste der ÄKWL-Forderungen:

1. Mehr Studienplätze! „Heute gibt es weniger Medizinstudienplätze als Mitte der 90er Jahre. Diese künstliche Verknappung ist ein wesentlicher Grund für den Ärztemangel. Derzeit werden jährlich rund 10.600 Studierende zum Medizinstudium zugelassen, es müssten jedoch mindestens 16.000 Studienplätze pro Jahr zur Verfügung stehen.“

2. Andere Zugangsbedingungen zum Medizinstudium! „Der Nachwuchs in der Patientenversorgung wird dringend benötigt, deshalb muss die derzeit zu starke Fokussierung auf die Abiturnote aufgegeben werden. Das Abitur sollte zwar Basis bleiben, aber die Note hat zu starkes Gewicht. Soziales Engagement und bereits abgeschlossene Ausbildungen in Medizinberufen müssen in einem neuen Kriterienkatalog stärker berücksichtigt werden.“

3. Stärkere Universitäten! „Die Hochschulen müssen bei der Studienplatzvergabe gestärkt werden, sie haben die Möglichkeit, Studierende selbst auszuwählen. Es ist wünschenswert, dass sich die Universitäten dieser Verantwortung stellen und dabei den Aufwand für erweiterte Auswahlgespräche als Chance nutzen, um Studierende auszuwählen, die nach ihrer Ausbildung tatsächlich in der Patientenversorgung arbeiten, statt nach dem Studium sofort in alternative Berufsfelder oder ins Ausland abzuwandern.“

4. Hausärztlicher Nachwuchs! „Die Förderung des hausärztlichen Nachwuchses funktioniert nur über Motivation und Werbung für eine attraktive und erfüllende ärztliche Tätigkeit, nicht über Zwangsmaßnahmen. Deshalb sind weder ein Pflichtquartal im Praktischen Jahr noch eine verpflichtende Weiterbildung in der Allgemeinmedizin sinnvoll. Vielmehr gilt es, die Allgemeinmedizin im Kanon der medizinischen Fächer zu stärken. Beispielsweise müssen alle medizinischen Fakultäten über einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin verfügen.“

5. Bessere Rahmenbedingungen! „Die Rahmenbedingen für ärztliche Tätigkeit gerade in den Kliniken müssen verbessert werden. Wenn schon in den Krankenhäusern der ärztliche Nachwuchs zu Beginn seiner Berufstätigkeit durch schlechte und belastende Bedingungen mit hoher Arbeitsverdichtung, Überstunden und großem Bürokratie- und Dokumentationsaufwand vergrault wird, kommen die jungen Ärztinnen und Ärzte später gar nicht mehr in der ambulanten oder stationären Versorgung an. Der Ärztemangel im niedergelassenen Bereich hat seinen Grund auch schon in den Kliniken.“


„Arbeitsplatz Apotheke: eine gesunde Entscheidung“

Junge Menschen für das Berufsfeld Apotheke und die Zukunftsberufe Apotheker, PTA und PKA gewinnen – das ist das Ziel der gemeinsamen Nachwuchsinitiative von Apothekerverband Nordrhein e.V. und Apothekerkammer Nordrhein.
„Arbeitsplatz Apotheke: eine gesunde Entscheidung“
Ein weißer Apothekerkittel auf einem Kleiderbügel mit der Aufforderung „Probier ihn an“ und dem Slogan „Arbeitsplatz Apotheke: Eine gesunde Entscheidung“ sind das Leitmotiv der Aufklärungskampagne.
Die Apotheken in Nordrhein halten dazu Informationsmaterial bereit. Interessier-te Jugendliche können sich auch online unter facebook.com/probier.ihn.an informieren.
Wer als Apotheker in Zukunft selbstständig oder im Angestelltenverhältnis tätig sein möchte, für den ist das Pharmaziestudium die richtige Entscheidung.

 

Arbeitsplatz mit Job-Garantie im Wachstumsmarkt Gesundheit

Ein Arbeitsplatz mit Job-Garantie im Wachstumsmarkt Gesundheit erwartet die Pharmazeutisch-Technischen Assistenten (PTA) und die Pharmazeutisch-Kaufmännischen Angestellten (PKA) nach Abschluss ihrer Ausbildung. Die Möglichkeit wohnortnaher Teilzeitarbeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind weitere Gründe, eine PTA- oder PKA-Ausbildung zu absolvieren.
Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands: „Pharmazeutisch hochqualifizierte und beratungsstarke Apotheker sowie gut ausgebildete PTAs und PKAs sind für unsere Apotheken unverzichtbar. Mit dieser Initiative möchten wir möglichst viele junge Menschen von der Attraktivität und Zukunftsfähigkeit der Berufe in der Apotheke überzeugen.“
Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, möchte die Kampagne auch nutzen, um den Patienten und Kunden selbstbewusst und offensiv zu vermitteln, wie wichtig die öffentliche Apotheke für die Gesundheits- und Arzneimittelversorgung der Menschen ist. „Eine qualifizierte, hochwertige, flächendeckende und wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln ist auch in Zukunft eine der zentralen Aufgaben im Gesundheitsbereich. Diese kann nur durch das Wissen und die Leistungsbereitschaft einer ausreichenden Zahl von Apothekern und pharmazeutischen Mitarbeitern sichergestellt werden“, betont Engelen.
Junge Menschen, die sich die Frage nach einer zukunftsfähigen Ausbildung oder einem Pharmaziestudium stellen, laden die Apotheker in Nordrhein zu einem Schnuppertag in der Apotheke ein. „Einfach den Apotheker vor Ort fragen, ob man mal einen Tag Apothekenluft schnuppern darf. So kann man am besten testen, ob Apotheker, PTA oder PKA der richtige Beruf sein könnte“, so Präsident Lutz Engelen.



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