Von Urban Gardening bis zur essbaren Stadt

Die Lebensmittelproduktion kehrt in die Städte zurück. Was heute ganz innovativ "Urban Gardening" heißt, war früher eine Selbstverständlichkeit: Auch Stadtbewohner produzierten ihre Nahrungsmittel selber.

Beim Einkauf im Supermarkt haben Verbraucher sich so sehr daran gewöhnt, dass die Lebensmittel aus der ganzen Welt, aber nur sehr selten aus der Nachbarschaft kommen, dass es ganz ungewöhnlich erscheint, wenn mitten in der Stadt Gemüse wächst.

Immer mehr Menschen wollen wissen, wo ihr Essen herkommt und wer es herstellt oder gleich selbst aktiv werden. Denn Gärtnern macht Spaß – auch in der Stadt. Von Urban Gardening bis zur essbaren Stadt gibt es dabei ganz unterschiedliche Modelle der urbanen Lebensmittelproduktion.

In Deutschland gibt es bereits über 500 Gemeinschaftsgärten, in denen Hobbygärtnerinnen und -gärtner in Hochbeeten, Blumenkästen, Kübeln auf Brachflächen oder Stadtparkbeeten ihr eigenes Gemüse anbauen. Unterstützung von Profis gibt es in sogenannten Selbsterntegärten. Hier pflanzen Landwirtinnen und Landwirte eine große Gemüsevielfalt und übergeben im Frühjahr die Ackerstreifen an Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich um die Pflege ihrer Beete und die Ernte kümmern.

Beim Modell der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) schließen sich Bauernhöfe mit Verbrauchergemeinschaften zusammen, die die gesamten Kosten für das Jahr übernehmen und dafür die Ernte unter sich aufteilen können. Wer das Glück hat in einer "essbaren Stadt" zu wohnen, kann ganz einfach im Vorbeigehen ernten. Denn hier wachsen auf öffentlichen Grünflächen Obst, Gemüse und Kräuter und alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich für den Eigenbedarf zu bedienen – und im Idealfall auch selbst gärtnerisch aktiv zu werden.



Zum Seitenanfang